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Tipps für Fahrzeug lenkende Senioren

Wache Fahrt

Jedes Jahr verunfallen in der Schweiz 1500 Personen schwer oder tödlich, weil sie müde Auto gefahren sind. Dabei ist nicht nur das Einschlafen selbst gefährlich, bereits Müdigkeit reduziert die Fahrfähigkeit deutlich. Wer schläfrig fährt, schätzt Geschwindigkeiten falsch ein, ist unkonzentriert und reagiert ähnlich langsam wie nach dem Konsum von Alkohol. Im Extremfall nickt die Lenkerin oder der Lenker ein und kommt von der Strasse ab. Das Fahrzeug prallt ungebremst gegen Hindernisse, schleudert oder überschlägt sich. Die bfu gibt Ihnen Tipps, wie Sie sicher ans Ziel kommen.

Unfälle am Nachmittag

Wussten Sie, dass Autofahrende nicht nur nachts, sondern mit zunehmendem Alter auch tagsüber – vor allem nachmittags – öfter müde werden? Personen über 40 Jahre verunfallen deshalb eher am Nachmittag, wohingegen solche unter 40 vor allem am Wochenende in der Nacht Unfälle verursachen.

Ursachen von Tagesmüdigkeit

  • Zu wenig Schlaf über Tage oder Wochen

  • Erkrankungen: Atemstillstände im Schlaf (Apnoen), Depressionen

  • Einnahme von Medikamenten
    (z. B. gegen Bluthochdruck)

  • Alkohol

  • Deftige Mahlzeiten

Auch ein wechselnder Schlafrhythmus oder längere Wachzeiten haben Einfluss auf Ihre Müdigkeit. Fahren Sie zudem zu Zeiten, zu denen Sie normalerweise ausruhen oder schlafen, zum Beispiel nach dem Mittagessen, sind Sie ebenfalls gefährdet, am Steuer einzuschlafen. Beachten Sie deshalb unsere folgenden Tipps, damit Sie trotzdem gut ankommen.

Brennen Ihnen beim Autofahren die Augen oder gähnen Sie dauernd?
Halten Sie an und machen Sie einen Turboschlaf von 15 Minuten. Wer erholt ist, ist sicherer unterwegs.

Machen Sie den Test

Fällt es Ihnen tagsüber manchmal schwer, wach zu bleiben, oder schlafen Sie ungewollt ein? Dann empfehlen wir Ihnen, folgenden Fragebogen auszufüllen.

So kommen Sie gut an

Genügend schlafen

Das einzig wirksame Mittel gegen Müdigkeit ist genügend Schlaf. Setzen Sie sich deshalb nur dann ans Steuer, wenn Sie ausgeruht sind und sich wohl fühlen. Legen Sie zudem regelmässig Pausen ein.

Aufs Auto verzichten

Verzichten Sie auch einmal auf Ihr Auto. Benutzen Sie stattdessen ein Taxi, öffentliche Verkehrsmittel oder übernachten Sie allenfalls vor der Rückkehr.

Kein Alkohol

Alkohol macht zusätzlich müde. Verzichten Sie deshalb vor dem Fahren darauf. Auch Medikamente können Ihre Fahrfähigkeit beeinträchtigen, erst recht in Kombination mit Alkohol.

Anzeichen erkennen

Wenn Ihnen beim Autofahren die Augen brennen, die Augenlider zufallen, Sie dauernd gähnen oder gar Fahrfehler begehen, dann sind Sie bereits übermüdet und sollten nicht weiterfahren.

Turboschlaf machen

Halten Sie bei nächster Gelegenheit an und machen Sie einen Turboschlaf von 15 Minuten. Vor dem Schlaf können Sie, wenn Sie möchten, Kaffee oder Tee trinken (im Idealfall zwei Tassen). Das Koffein beginnt ca. 15 Minuten später zu wirken.

Wichtig: Tricks wie das Fenster öffnen oder die Musik lauter stellen sind praktisch wirkungslos.

«Die 3 wichtigsten Tipps» von Prof. Dr. J. Mathis

  • Setzen Sie sich nur ans Steuer, wenn Sie ausreichend geschlafen haben. Werden Sie während der Fahrt Schläfrigkeit verspüren, halten Sie an für einen Schlaf von 10 bis 20 Minuten.

  • Fahren Sie auf langen Strecken nach Möglichkeit nicht allein, unterhalten Sie sich und lösen Sie sich wenn möglich beim Fahren ab.

  • Konsultieren Sie bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit Ihren Arzt.

prof. dr. Mathis

Prof. Dr. J. Mathis, Neurologischer Leiter am Zentrum für Schlafmedizin des Inselspitals Bern